Hallo zusammen. Heute reden wir mal über etwas, das vielen unangenehm ist – aber ausgesprochen werden muss. Die deutsche Landwirtschaft ist nicht nur wirtschaftlich unter Druck. Sie ist auch politisch zahnlos. Und das liegt nicht nur an der Politik. Sondern an uns selbst. Denn wir sind – und das muss man so sagen – zerstritten bis auf die Knochen. Statt gemeinsam mit einer Stimme aufzutreten, hat sich der Berufsstand in alle Richtungen zerfasert. Jeder macht sein eigenes Ding. Jede neue Gruppe meint, es jetzt besser zu machen. Der eine ruft zur Blockade auf – der andere schreibt höfliche Briefe. Der nächste stellt sich ans Rednerpult – der übernächste sagt: „Politik bringt sowieso nix!“ Und was ist das Ergebnis? Stillstand. Grabenkämpfe. Viel Lärm – aber kein Druck. Wir haben nicht einen Bauernverband – wir haben ein ganzes Biotop aus Organisationen: Den alten Bauernverband – bequem geworden und staatsnah. Land schafft Verbindung – mit Wellenbewegungen von Wut bis Warten. Freie Bauern – klarer, aber zu nah an den Rechten dran. AbL – klein, grün, öko – mit ganz anderer Sprache. Regionale Treckergruppen, Protestkreise, Facebook-Seiten, Stammtische, Telegram-Gruppen. Mal ehrlich: Das ist kein Bündnis. Das ist ein Durcheinander mit Ansage. Und während wir uns gegenseitig belehren, wer der „echte Landwirt“ ist – zieht der Lebensmitteleinzelhandel weiter die Preise runter, verhandelt Brüssel neue Handelsabkommen, und stellt Berlin uns als Umweltproblem dar. Und in der Politik? Da ist es noch schlimmer. Der eine hängt bei der CDU, weil er’s immer so gemacht hat. Der andere läuft mit der AfD, weil er sich verraten fühlt. Der dritte flirtet mit den Grünen, weil er glaubt, da gäb’s am meisten Geld für Öko. Und der vierte glaubt immer noch an die FDP – obwohl die uns gerade die Subventionen streicht. Kurz gesagt: Wir sind überall – und damit nirgends. Wir geben unsere Stimme ab – aber nicht gemeinsam. Und deshalb geht jede Partei über uns hinweg, weil wir keine geschlossene Kraft sind. Schauen wir mal über den Tellerrand: In den Niederlanden hat sich die Bauern-Bürger-Bewegung (BBB) gegründet – und hat in kürzester Zeit das politische Establishment durchgeschüttelt. In Frankreich haben Landwirte eine jahrzehntelange Protestkultur – wenn die auf die Straße gehen, zittert Paris. In Italien hat die Landwirtschaft einen Sitz am Tisch – ob links oder rechts regiert. Und in Deutschland? Da fahren wir mit blinkenden Traktoren durch Berlin – und fahren danach wieder heim, als wär nichts gewesen. Weil wir keine Partei haben. Keine echte Organisation, die unsere Interessen vertritt – geschlossen und unabhängig. Was passiert, wenn wir so weitermachen? Ganz einfach: Die kleinen Betriebe sterben weiter weg. Die großen Betriebe werden immer politischer – aber nicht im Interesse aller. Die Politik setzt weiter auf Weltmarkt und Bürokratie. Und der Verbraucher glaubt, mit dem „Regional“-Aufkleber beim Discounter sei alles gut. Die Wahrheit ist: Ohne politische Macht sind wir nur Kulisse. Und der ländliche Raum verkommt zum Abstellgleis. Deshalb sag ich: Es reicht nicht mehr, sich gegenseitig zu kritisieren. Es reicht nicht mehr, auf bessere Zeiten zu hoffen. Es reicht nicht mehr, nur zu demonstrieren. Wir brauchen eine politische Kraft. Eine, die von Bauern kommt. Die nicht rechts, nicht links – sondern bodenständig und geradeaus ist. Die keine Lobbygruppe ist – sondern eine Stimme in Parlamenten. Denn wer sich nicht selbst organisiert, der wird organisiert. Und wer keine eigene Partei hat, der bleibt Spielball – statt Mitspieler. Es ist Zeit, dass wir Bauern endlich anfangen, uns ernst zu nehmen. Ein Standbild mit dem Schriftzug: „Landwirtschaft braucht keine Zuschauerrolle – sondern eine Stimme.“ Darunter: „Jetzt reden. Bald handeln. Vielleicht endlich eine Partei.“
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